Ethik in der Boulderhalle - Bürsten
Basics

Vom Griff zur Bürste

Basics leicht erklärt


In unserem heutigen Beitrag geht es um ein weiteres Thema, das sich dem Bereich der Boulder-Ethik zuordnen lässt. Es geht um ein Thema, über das noch nicht oft geschrieben wurde, das aber jede bouldernde Person beim Bouldern in der Halle und in der Natur betrifft. Es geht um das Vorbereiten, d.h. Bürsten, von Bouldern vor Durchstiegsversuchen. Genauer gesagt, um das Reinigen der Griffe und Tritte mithilfe der sogenannten Chalk-, Boulder-, Kletter oder Griffbürsten.

Boulderbürsten gehören mittlerweile zur Grundausstattung eines/-r jeden Boulderers/-in. Mit den Bürsten entfern man die eingepressten Chalk-, die Haut- und die Gummianteile auf den Griffen und/oder Tritten.
Naturborsten (meistens aus Schweineborsten) oder Borsten aus Nylon variieren von hart bis mittelweich. Weichere Borsten sind dann von Vorteil, wenn man den Zwischenraum von feinkörnigen Oberflächen erreichen möchte. Es gibt Boulderbürsten mit wenig Büstenfläche (ca. Zahnbürstengröße) bis hin zu solchen, mit relativ großer Bürstenfläche, die eine Schuhbürstengröße haben können.

Boulderbürsten von Bloclife
Boulderbürsten mittlerer Größe

Für große Griffe (Sloper oder Volumen) verwendet man eher großflächige Bürsten. Kleine scharfe Leisten kann man am besten mit schmalen Bürsten reinigen. Fingerlöcher mit solchen Bürsten, die einen stumpfen aber kleinen Bürstenkopf, der eine hohe Bürstendichte aufweist. Mittlerweile gibt es sehr viele Bürstenhersteller, die Bürsten für jeden Grifftyp herstellen.

Was man hat und weiß, sollte man auch nutzen

Kommen wir zu dem eigentlichen Thema: dem Bürsten der Griffe.
Vorwegnehmend sollten wir erwähnen, dass diese Seite des Sports nicht jedem bekannt ist und auch nicht zu den Themen gehört, die bei der Einweisung vermittelt werden. Deswegen könnte sich dieser Blogbeitrag vielleicht als nützlich erweisen.

Das Problem

Wir alle haben es eigentlich gelernt unseren Müll wegzuräumen. Hoffentlich! Befindet man sich in einer größeren Gruppe von Menschen, die alle denselben Schmutz am selben Ort produzieren, dann verschwimmt mit dem Verursacher auch die Pflicht. Alle benutzen beim Klettern und Bouldern gerne die Vorzüge des Chalks, aber kaum einer beteiligt sich an der Beseitigung oder Verhinderung der damit einhergehenden Nachteile. Chalk trocknet zwar die Finger und verleiht damit einen besseren Halt, doch in Kombination mit unserem Fingerschweiß verstopft es auf Dauer leider auch die Poren der verwendeten Griffe. Der Effekt: Die betroffenen Griffe werden immer glatter und lassen sich immer schlechter halten, weil ihre Reibungseigenschaften sich dadurch verschlechtern. Aus diesem Grund nutzt man die zuvor beschriebenen Bürsten und der Markt dafür ist nicht ohne Grund so gut gewachsen.

Mitdenken und Mitbürsten

Nicht nur der Markt für Bürsten wächst. Auch die Zahl der Menschen, die dauerhaft oder gelegentlich diesen Sport betreiben, ist enorm gewachsen. Auch das wissen wir: Je mehr Menschen sich einen Raum teilen „müssen“, desto wichtiger wird der Faktor der gegenseitigen Rücksichtnahme.
Leider kommt es sehr oft vor, dass die Anwesenheit von Personen in einem bestimmten Bereich ignoriert wird. Sei es, weil die Motivation uns diese übersehen lässt oder weil wir uns schlicht und ergreifend nichts mit der Präsenz denken.

Allerdings kann es sein, dass die Personen, die vor einem Boulder stehen, eben deswegen dort stehen, weil sie diesen gerade probieren. Wenn sich Boulderer aus diesem Grund da vorfinden, dann ist es auch wahrscheinlich, dass diese einen der Boulder − zumeist kommen dafür nur wenige in Frage – auch vorbereitet, also geputzt haben. Wir haben oft gehört, dass es eine schöne Seite des Boulderns sei, dass er so kommunikativ ist. Wir alle sollten diese positive Seite auch dann nutzen, wenn es nicht nur um Probleme bei der Lösung von Schlüsselzügen oder um die Schönheit von Bewegungen geht. Es schadet nicht, wenn wir die Griffe nach jedem Gebrauch auch einmal von dem reinigen, was wir selbst hinterlassen haben, unabhängig davon, ob wir sehen welche Spuren von uns stammen und welche von anderen.

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