Basics

Sicherheit beim Bouldern

Basics leicht erklärt

Das Thema Sicherheit sollte in Sportarten, in denen das Verletzungsrisiko sehr hoch ist, einen hohen Stellenwert haben. Klettern und Bouldern sind solche Sportarten, in denen die Sicherheit sehr wichtig ist. Leider werden viele Risiken immer noch zu oft und leichtfertig in Kauf genommen. Das liegt zum einen an der Routine, die man im Laufe der Zeit in vielen sicherheitsrelevanten Tätigkeiten erlangt und zum anderen daran, dass der persönliche Ehrgeiz größer ist als das Sicherheitsbedürfnis.

Bouldern am Fels – Safety first

Bouldern ist, der Definition nach, das Klettern ohne Seil auf Absprunghöhe. (Was der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern ist, erfährst du hier.) Dabei verwendet man beim draußen Boulder am Fels ein Crashpad, das an der Stelle des Boulders platziert wird, an der ein Sturz am wahrscheinlichsten ist. Crashpads bestehen aus einer Kunststoff- oder Lederhülle, die mit verschiedenen Schichten von Schaumstoff gefüllt ist. Die verschiedenen Schichten innerhalb des Crashpads haben eine unterschiedliche Festigkeit und optimieren dadurch den Abdämpfungsgrad im Falle eines Sturzes. Wenn man zwei Crashpads nebeneinander legt, muss man aufpassen, dass kein Spalt zwischen diesen entsteht, in den man hineinfallen könnte. Den Spalt kann man leicht mit einer Fußmatte (siehe Bild unten) abdecken.

Allerdings kann es vorkommen, dass die Höhe, die einen vermeintlich sicheren Absprung zulässt, überschritten wird. In Mode gekommen sind Boulder, deren Höhe keinen sicheren Absprung mehr garantiert. Solche Boulder, die nicht selten 6-7 Meter hoch, sind nennt man dann Highballs. Stützt man aus einer Höhe von über 4-5 Metern auf ein Crashpad, so muss man schon halbwegs kontrolliert fallen, um schmerz- und verletzungsfrei zu bleiben. Wichtig ist, dass man es im Falle eines Sturzes nach Möglichkeit vermeiden sollte, das Crashpad zu verfehlen oder an der Kante des Crashpads zu landen. Letzteres führt häufig zu einem schwerwiegenden Umknicken des Sprung- oder Kniegelenks, was letztlich eine Überdehnung, eine Teilruptur bis hin zu einer vollständigen Ruptur (Riss) zur Folge haben kann. Zumeist verletzt man sich bei solchen Stürzen die Außenbänder, weil ein Abknicken nach außen am häufigsten vorkommt.

Um Highballs zu klettern, muss man sich seiner Sache sehr sicher sein. Ein Spotter kann in diesem Fall nicht helfen, da man die Spotzone verlässt.

Spotten kommt nicht von verspotten

Wie beim Sichern mittels eines Sicherungsgerätes beim Klettern mit einem Seil, erfordert auch das Sichern beim Bouldern gewisse Grundkenntnisse. Die „sichernde“ Person nennt man beim Bouldern Spotter, abgeleitet von englischen Wort „spot“ (Bereich, Platz). Dementsprechend verwendet man das Verb „spotten“ für das Sichern eines Bereiches oder Platzes. Beim Spotten ist es wichtig die in einem Boulderbereich vorliegenden Gefahren für die bouldernde Person erkennen und sich darauf einstellen zu können.

Was bedeutet es, den Bereich zu sichern?

Zunächst einmal gilt es zu beachten, dass der Sturzbereich möglichst frei ist. Das heißt sowohl frei von harten Gegenständen (Flaschen, Bürsten, Handys etc.) als auch von Menschen. Für den Sturzbereich gibt zwei Ausnahmen.
Erstens: Objekte, die sich aufgrund ihres Gewichtes oder ihrer Verankerung nicht aus dem Sturzbereich entfernen lassen. Diese stellen ein Sicherheitsrisiko dar und müssen beim Spotten stets bedacht werden.
Zweitens: Die spottende Person. Der Spotter ist gewissermaßen das Pendant zur sichernden Person beim Klettern mit Seil. Anders als beim Klettern mit einem Seil muss der Spotter beim Bouldern, im Falle eines unkontrollierten Sturzes, Verletzungen abwenden. Harte Objekte, die fest verankert im Hintergrund liegen (Felsblöcke, Baumstümpfe o.ä.) ebenso wie vorbeigehende Personen, stellen ein Verletzungsrisiko dar, das die spottende Person mit ihrer Präsenz im Sturzbereich verringern soll.

Richtig spotten beim Bouldern
Richtig spotten beim Bouldern – Sicherheit geht vor

Wie spotte ich richtig?

Ziel des Spottens ist es, Verletzungen des Rückens und des Kopfes abzuwenden. Der Spotter streckt die Arme in Richtung der bouldernden Person heraus und lenkt diese im Falle eines Sturzes so, dass er auf den Füßen und auf der Matte landet. Den Rücken und den Kopf gilt es zu schützen.
Durch ein Herausstrecken der Arme in Richtung der bouldernden Person kann im Falle eines Herausfallens aus der Wand, der Oberkörper derselben vor einem unerwünschten Aufprall bewahrt werden, zumindest kann das Verletzungsrisiko gemindert werden. Spotten hat also nichts mit verspotten zu tun, sondern trägt wesentlich zur Sicherheit beim Bouldern am Fels bei.

Sicherheit beim Bouldern in der Halle

In der Halle besteht eine andere Verletzungsgefahr als beim Bouldern am Fels. In der Boulderhalle gibt es selten das Problem, dass man neben der Matte landet, vielmehr besteht ja zumeist fast die ganze Halle aus einer großen Matte. Ein sehr viel häufigeres Sicherheitsrisiko ergibt sich leider oft dadurch, dass dieser Mattenbereich von Kindern zum Spielen und Herumlaufen genutzt wird. Kinder können die Gefahr häufig nicht richtig einschätzen, der sie sich und der bouldernden Person aussetzen. Da man nie sagen kann, wann eine bouldernde Person den Halt verliert und wie sie dann auf die Matte fällt, ist das Risiko zu hoch, als dass man es unterschätzen sollte. Eltern sollten also unbedingt auf die Sicherheit der Kinder und der bouldernden Personen bedacht sein.

Liegt der Top-Griff eines Boulder sehr hoch, sollte man nach Möglichkeit den Boulder wieder etwas abklettern, sodass der Sturz keinen Schaden anrichtet. In manchen Hallen werden extra große Griffe neben schwere Boulder geschraubt, an denen man wieder abklettern kann. So schont man auch gleichzeitig auf lange Sicht die Gelenke (vor allem Knie, Hüfte und Bandscheibe) und mindert die Verletzungsgefahr.

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