Schwierigkeitsgrade beim Bouldern und Klettern
Basics

Schwierigkeitsgrade beim Klettern und Bouldern

Basics leicht erklärt


Der Schwierigkeitsgrad beim Klettern und Bouldern ist ein Hilfsmittel, um die sportliche Leistung einzuordnen, zu vergleichen oder zu messen. Ähnlich wie die gestoppte Zeit bei einem Lauf (100, 400, 1000 oder 3000 Meterlauf) oder die gemessene Distanz bei deinem Wurf (Kugelstoßen, Speer oder Diskuswerfen) sagt der bezwungene Schwierigkeitsgrad beim Bouldern oder beim Klettern aus, auf welchem Niveau die Leistung eingeordnet werden kann. In der Regel gilt: Je höher die Zahl, desto höher die Leistung. Der Wert der einzelnen Zahlen wird zumeist noch durch Zusätze wie a, b, c oder – und + ergänzt. Ein – bedeutet, dass die Schwierigkeit innerhalb eines Grades sich am unteren Ende desselben einzuordnen ist, während ein + den oberen Ende des jeweiligen Grades markiert. Fehlt ein – oder ein +, so ist der Schwierigkeitsgrad als Mittelwert dazwischen zu verstehen, also schwerer als es bei einer Angabe mit einem – und leichter als bei einer Angabe mit einem +.

Gradwanderungen

Im Laufe der Zeit und in den verschiedenen Kletterszenen dieser Welt haben sich unterschiedliche Bewertungssysteme etabliert. In den USA, in Brasilien, in Australien, in Afrika und Europa unterscheiden sich die Bewertungssysteme voneinander. Aber nicht nur zwischen den Kontinenten zeigen sich Unterschiede bei der Angabe der Schwierigkeitsgrade, auch innerhalb von Europa und auch innerhalb eines Landes haben sich verschiedene Bewertungsskalen für die Angabe von Schwierigkeitsgraden durchgesetzt. Großbritannien hat ein anderes Bewertungssystem als Frankreich, Schweden und Norwegen ein anderes als Finnland. Auch unterscheiden sich die Schwierigkeitsangaben zwischen den beiden Disziplinen Bouldern und Klettern.

In Deutschland nutzt man drei verschiedene Bewertungssysteme, nämlich:

  • Das sächsische Bewertungssystem (I bis XIc) – nur beim Klettern
  • Das UIAA Bewertungssystem (1 bis 12) – zumeist nur beim Klettern
  • Das französische Bewertungssystem (1 bis 9c) – Klettern; (1 bis 9a) – Bouldern

Hier siehst du die verschiedenen Bewertungssysteme des Schwierigkeitsgrads im Verhältnis zueinander:

UIAA
Skala Klettern
Französische
Skala Klettern
Französische
Skala Bouldern
11
22
332
443
5-5a
55a+4a
5+5b4b
5+/6-5b+4c
6-5c5a
65c+5a+
6+6a5b
7-6a+5b+
76b5c
7+6b+5c+
7+/8-6c6a
8-6c+6a+
87a6b
8+7a+6b+
8+/9-7b6c
9-7b+6c+
97c7a
9+7c+7a+
9+/10-8a7b
10-8a+7b+
10-/108a+/8b7c
108b7c+
10+8b+8a
10+/11-8c8a+
11-8c+8b
119a8b+
11/11+9a/9a+8c
11+9a+8c+
11+/12-9b9a
12-9b+

In Mitteleuropa orientiert man sich zumeist an der UIAA-Skala. UIAA steht für Union Internationale des Associations d’Alpinisme, was man mit „Internationale Union der Alpinismusvereinigungen“ übersetzen kann. Wie aus der Übersetzung hervorgeht, ist die UIAA-Skala aus der internationalen Vereinigung von verschiedenen Alpinistenverbänden in Europa hervorgegangen und trägt somit auch ihren Namen.

Schwierigkeitsgrade in den Hallen

Um dem Gewirr von Zahlen und Buchstaben durch Anschaulichkeit zu einem besseren Verständnis zu verhelfen, haben die Kletter- und insbesondere die Boulderhallen den verschiedenen Schwierigkeitsstufen (von ganz leicht bis ganz schwer) Farbbereiche zugeordnet, wie z. B. in der Boulder Base. Zumeist werden zwischen ganz leicht bis ganz schwer 5 bis 6 farbliche Zuordnungen (Farb-Zonen) vorgenommen, die jeweils 3 bis 4 Schwierigkeitsstufen umfassen. Auf diese Weise kann die bouldernde Person schnell und leicht erkennen, auf welchem Niveau er sich bewegt. Die farblichen Kennzeichnungen und/oder Zuordnungen erfolgen entweder durch eine entsprechende Wahl der Grifffarbe oder durch eine Kennzeichnung der Schwierigkeit auf Zetteln, die an den Startgriffen angebracht werden.

Boulderskala der Boulder Base Bremen
Boulderskala der Boulder Base Bremen

Zur Orientierung

Anfänger im Bouldersport bewegen sich zumeist auf einer Skala von 1 bis zum unteren vierten Grad. Ab 4a werden die Boulder schon anspruchsvoller. Meistert man Boulder ab 6a kann man sich schon zu den fortgeschrittenen Boulderern zählen. Richtig schwer wird es dann ab dem mittleren und oberen 7. Grad. Möchte man Boulder im achten Grad bezwingen sind viel Training und Zeit nötig.
Die Grenze der Boulderskala liegt zurzeit bei 9a: Nalle Hukkataival hat in Finnland den Boulder „Burden of Dreams“ erstbegangen und ist damit in die Bouldergeschichte eingegangen.
Bei den Frauen liegt der Boulderrekord bei Ashima Shiraishi, die den Boulder „Horizon“ (8c) von der Kletterlegende Dai Koyamada wiederholte.

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