Basics

Griffformen im Klettersport

Basics leicht erklärt

Im Klettersport gibt es viele unterschiedliche Tritt- und Griffformen, die nicht nur in der Boulder- oder Kletterhalle, sondern auch in der Natur vorkommen. In diesem Beitrag beschränken wir uns zunächst darauf Griffformen und die damit verbundenen Greiftechniken vorzustellen.

Dass jede Griffform eine besondere Technik erfordert, bedeutet, dass man ein Verständnis dafür haben muss, wie man diese am besten belastet, um möglichst wenig Kraft aufzuwenden und/oder die Kraft effizient auf die Griffe überträgt. In unserem heutigen Beitrag stellen wir dir zunächst zwei verschiedene Griffformen vor: Sloper und Leisten. Weitere Griffformen folgen in einem unserer nächsten Beiträge.

Griffform: Sloper

Was sind Sloper?

Als Sloper bezeichnet man Griffe, die rund, offen und abschüssig sind. Sie erfordern eine spezielle Technik, um sie halten zu können. Durch ihre Größe bieten Sloper meist eine große Auflagefläche für Hände und Finger. Manchmal sind Sloper so groß und abschüssig, dass beim Halten sogar das Handgelenk und/oder Teile des Unterarms in Anspruch genommen werden müssen. Um Sloper richtig belasten zu können, benötigt man jedoch etwas Erfahrung.

Sloper in der Boulderhalle
Griffformen in Boulderhallen: Sloper

Die Technik für Sloper

Wie bereits gesagt, erfordert das Halten von Slopern eine spezielle Technik. Um einen optimalen Druck auf die Sloper sicherzustellen, ist die richtige Positionierung des Körpers wichtig. Der Körperschwerpunkt sollte möglichst unter dem Sloper liegen, damit man ihn richtig belasten kann. Auch die richtige Fußtechnik sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden: Präzises Stehen und Hooken führt dazu, dass der Sloper nicht mit purer Kraft gehalten werden muss, sondern als Unterstützung dient.

Sloper in der Natur
Sloper in der Natur

Für die Hand und die Finger gibt es mehrere Möglichkeiten einen Sloper zu halten. Man kann den Sloper mit der ganzen Hand, flach aufliegend, belasten; man kann die Finger aufstellen oder den Sloper auch an hängenden Fingern halten. In jedem Fall wichtig für das Halten des Slopers ist aber, dass er sauber ist, da die Reibung zwischen der Hand und dem Griff hier eine wichtige Rolle spielt. Also: startet eure Versuche am besten mit Händen, die weder zu feucht noch zu trocken sind und natürlich dürft ihr das Bürsten vorher, aber auch nachher, nicht vergessen.
Das Halten von Stolpern bezieht oftmals die Muskulatur des ganzen Oberkörpers mit ein, da Haltekraft beim Halten von Slopern auf einer größeren Fläche verteilt ist, als es beispielsweise bei Leisten oder Fingerlöchern der Fall ist.

Griffform: Leiste

Was sind Leisten?

Leisten sind kleine, wenige Zentimeter breite Griffe, die man zumeist nur mit dem ersten oder zweiten Fingerglied greifen kann. Es gibt zahllose Varianten, in denen Leisten in der Natur oder an der Kunstwand vorkommen. Es gibt kleine, scharfe Leisten, große abschüßige Leisten, Leisten, die nur für einzelne Finger Platz bieten und Variationen zwischen diesen Eigenschaften.

Die Technik für Leisten

Wie bei Slopern kann man auch bei Leisten diese auf mehrere Arten belasten. Leisten kann man mit hängenden Fingern halten, aufgestellt ohne Daumen oder aufgestellt unter Zuhilfenahme des Daumens.

Leisten hängend zu halten bedeutet, dass zwischen der Handfläche und erstem Fingerglied ein Winkel von mehr als 90° besteht. Beim Aufstellen der Fingerbeträgt der Winkel zwischen der Handfläche und dem äusseren Fingerglied 90 ° und weniger. Aufstellen kann man die Griffe beim Halten mit oder ohne Zuhilfenahme des Daumens. Indem man beim Aufstellen den Daumen mit auf den Zeige- und Mittelfinger legt, nutzt man die Kraft des Daumens um den Druck auf die drunterliegenden Finger und somit auf die darunterlegende Grifffläche zu verstärken.

Leiste aufgestellt ohne Daumen
Leiste aufgestellt ohne Daumen
Leiste aufgestellt mit Daumen
Leiste aufgestellt mit Daumen

Leisten kann man sowohl mit allen Fingern halten, aber auch nur mit zwei Fingern. Zumeist hängt die Anzahl der beteiligten Finger von der Breite der Leiste ab. Je mehr Finger man auf einer Leiste unterbringen kann, um diese zu halten, umso besser ist die Kraftverteilung und umso größer die auf den jeweiligen Griff übertragene Kraft. In manchen Bouldern ist das Aufstellen der Leisten mithilfe des Daumens jedoch nicht möglich, wie in dem nachfolgenden Bild zu sehen. Wenn andere Griffe oder Wandteile die Leiste von oben begrenzen, muss die Kraft der vier Finger ausreichen, um den Griff festzuhalten.

Bei manchen Leisten kann man den Daumen nicht aufstellen.
Bei manchen Leisten kann man den Daumen nicht aufstellen.

Grundsätzlich lässt sich bei der Leistenkletterei sagen, dass Menschen mit kurzen Fingern, aufgrund der günstigeren Hebelverhältnisse, einen Vorteil gegenüber denen haben, die lange Finger haben. Je länger die Finger sind, desto mehr Kraft muss der Unterarm aufbringen, um die Kraft auf die Leiste auszuüben. Umso größer ist auch die Belastung und somit das Verletzungsrisiko beim Aufstellen von kleinen Leisten.

Leisten mit hängenden Fingern halten
Auch draußen in der Natur gibt es verschiedene Griffformen. Hier stellt Theo die Finger an einer Leiste auf, aber ohne Daumen.

Wer also Boulderprobleme mit kleinen Leisten lösen will, der sollte die betroffenen Gelenke vorher gut aufwärmen und aufhören, sobald er oder sie die ersten Schmerzen verspürt. Besonders Gelenke, die sich noch nicht auf diese extremen Belastungen angepasst haben, sind verletzungsanfällig. Dieser Anpassungsprozess erfordert Zeit und Geduld, andernfalls muss man sich während der Verletzungsphasen zwangsweise in Geduld üben.

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