Bouldern in Schweden - Eine Rundreise
Bouldergebiete

Ein schwedischer Rundweg

Bouldern in Schweden


Geplant war für das Jahr 2020 ein Bouldertrip in Frankreich. Die gesundheitspolitische Entwicklung um Covid-19 hat unserem Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht und so sind wir auf das einzig urlaubstaugliche Aus-Land ausgewichen: Schweden. Die vielen schönen Erfahrungen vom letzten Jahr haben uns diese Entscheidung nicht schwer gemacht. Schweden hat ebenfalls viel Schönes zu bieten – natürlich auch zum Bouldern.
Unser erster Boulderaufenthalt in diesem Urlaub fand in Västervik statt. Die Absicht schon weiter südlich, auf der Insel Ödland, zu bouldern, wurde vom Wetter leider unmöglich gemacht. Die wenigen Felsen, die verstreut in Küstennähe zu finden sind, waren zu feucht.

Bouldern in Västervik

Nahe der kleinen Küstenstadt Västervik dagegen konnten wir von den trockenen Tagen, dem reichen Angebot an Bouldern und den unterschiedlichen Sektoren, von denen nahezu ein jeder eine andere Felsenart aufweist, profitieren.

Um das Bouldergebiet um die kleine Stadt Västervik vollständig entdecken zu können, ist ein Auto von Vorteil. Die Distanzen zwischen den verschiedenen Sektoren sind teilweise sehr groß. Es gibt Gebiete, die in Küstennähe liegen und andere, die eher im zumeist gut bewaldeten Inland liegen. Nach dem Regen bieten sich natürlich die Gebiete an, die sich in unmittelbarer Küstennähe befinden und dem Wind ausgesetzt sind. Die Sektoren und Gebiete, die im Wald liegen trocknen eher langsam ab.

Zu den größten und/oder lohnendsten Sektoren in und um Västervik gehören unserer Meinung nach:

  • Fruberget: Allerdings sollte man hier eine gute Orientierung besitzen und nicht gehfaul sein.
  • Lysingbadet: liegt innerhalb des großen und ortsnahen Campingplatzes.
  • Vo Västervik: Auch hier sollte man etwas Gehzeit einrechnen, lohnt sich aber.

Natürlich gibt es noch mehr Gebiete und Sektoren, die sehr lohnend sind. Für diese muss man allerdings relativ viel Fahrtzeit einrechnen. Die drei oben genannten liegen dagegen in angenehmer Nähe zur Stadt.

Tolle Boulder in Schweden
Tolle Boulder in Schweden

Bouldern rund um Stockholm

Unsere zweite Boulderstation waren die Gebiete und Sektoren in und um Stockholm herum. Ähnlich wie in Västervik kann man auch hier am meisten entdecken, wenn man motorisiert unterwegs ist. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Gebieten sind zu groß, um diese mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß zu erreichen. Die Gegend um Stockholm herum bietet viele sehr schöne Blöcke und Boulder. Besucht haben wir die folgenden:

  • Orhem: ein Klassiker mit vielen teils hohen und leistenbetonten Problemen
  • Farsta: Hier ist urbanes Bouldern mit Parkfeeling angesagt. Das kleine aber feine Gebiet bietet Probleme ab dem 4 Grad, die teils knackig bewertet, aber durchaus einen Besuch wert sind. Sonnenanbeter/-innen kommen hier auf ihre Kosten.
  • Brudberget: Etwas außerhalb im Wald liegen hier ein paar wahre Schätze verborgen, von denen die wertvollsten eher zwei bis drei Crashpads erfordern.
  • Ågesta: Hier wird an den meisten Blöcken nicht regelmäßig gebouldert und man muss etwas Gehzeit in Kauf nehmen, um die wenigen Schönheiten zu erreichen.
  • Ålsten: Ein Gebiet bestehend aus zwei Blöcken, die jedoch zahlreiche lohnende Boulder aufweisen. Liegt direkt am Wasser, einem Parkplatz und einem (dem Andrang nach zu Urteilen) sehr beliebten Fischrestaurant.
  • Orminge: Die hohe Attraktivität der Probleme wird nur von zwei Faktoren limitiert: das gelegentlich ungünstige Absprunggelände und die mittlerweile etwas spürbar gewordene Frequentierung, die einige Griffe etwas glatt poliert hat.
  • Nacka Kvarn: Auch hier ist urbanes Bouldern angesagt. Allerdings sind die drei/vier Blöcke aufgrund ihrer schattigen Lage eher für wärmere Tage geeignet und unmittelbar nach einer Regenphase nicht zu empfehlen. Für Anfänger/-innen ist dieses kleine Gebiet eher nicht geeignet.
Bouldern in Schweden
Bouldern in Orminge: Phat Cat 6b

Einen kurzen Zwischenstop auf dem Weg zu unserer dritten Station haben wir in einem Gebiet gemacht, das uns von Einheimischen empfohlen wurde: Åkers Stykebruk. Wer hier bouldern möchte sollte allerdings den 7 Bouldergrad beherrschen. Ab 7a findet man hier wahre Königslinien.

Bouldern rund um Göteborg

Unsere dritte Station waren die Gebiete um Göteborg. Wie auch beim letzten Mal haben wir uns hier aber ausschließlich auf die Boulder auf den nahegelegenen Inseln Hönö und Öckerö konzentriert. Nachdem wir im letzten Jahr die Insel Hönö erkundet, aber die mit einer Brücke verbundene Nachbarin Öckerö aus Mangel an Zeit auslassen mussten, haben wir die verpasste Gelegenheit der Erkundung dieses Mal nachgeholt.
Öckerö ist zwar die größere Insel, bietet aber weniger Felsen und somit auch weniger Boulderprobleme als Hönö. Die wenigen Boulder, die sich auf dieser Insel befinden sind aber lohnend. Zudem scheint diese Insel weniger gut erschlossen zu sein, weil über die auf 27Crags verzeichneten Boulderprobleme hinaus zahlreiche Gelegenheiten für Erstbegehungen möglich sind. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um zwei schöne und aller Wahrscheinlichkeit nach neue Boulder zu klettern.

Horror Vacui 7a
Hip-Star 7a (6c+)

Bouldern in Schweden: Öckerö
Boulder auf der Insel Öckerö: Horror Vacui (7a)

Bouldern rund um Kristianstad

Unsere vierte und letzte Station waren die nahe Kristianstad gelegenen Gebiete Kjugekull und Valje.
Kjugekull haben wir im letzten Jahr bereits gut erkundet, aber trotzdem nochmal einen Besuch abgestattet. Neu für uns war das östlich davon gelegene Gebiet Valje. Hier findet man viele Blöcke auf einem bewaldeten kleinen Hügel nahe beieinander gelegen. Der Fels ist wesentlich feiner strukturiert als in Kjugekull und erlaubt einen höheren Boulderkonsum. Die Boulder liegen zum Teil in Sichtnähe zu Häusern. Der Besuch dieses schönen Gebiets bedarf also der Rücksichtnahme auf Anwohner. Hier findet man vom 3. bis zum oberen 7. Grad zahlreiche lohnende Boulderprobleme. Das Absprunggelände ist nicht immer perfekt, aber das lässt sich mit einem gekonnten Platzieren von Crashpads angenehm einrichten. Auch in diesem kleinen aber feinen Gebiet ließ und lässt sich noch einiges erschließen. Wir haben diese Gelegenheit zwei Mal ergriffen.

The Swedish Way 7a
Low spreading Event 5b

Bouldern in Schweden: Valje
Erstbegehung im Bouldergebiet Valje: The Swedish Way (7a)

Das Resümee: Bouldern in Schweden

Unser Gesamtresümee: Schweden, so unsere bestätigte Erfahrung, ist mehr als einen Besuch wert – sowohl landschaftlich als auch kulturell ein Genuss. Schaut euch hier die Zusammenfassung unseres Bouldertrips im Video an.

2 Comments

    • theo

      Danke 🙂
      Ich kann Euch Schweden sehr empfehlen.
      Die Landschaft, das Bouldern und die schwedische Entspanntheit bilden zusammen ein genußvolles ästhetisches Gesamterlebnis.
      Ein Land, in dem ich gerne länger bleiben würde.
      Grüße
      Theo

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