Topgriff Boulderwettkampf
Wettkämpfe

Die Regeln bei offiziellen Boulderwettkämpfen

Regeln sind ein fester Bestandteil von Wettkampfsport. Im Klettersport ist das nicht anders. Wichtig sind Regeln, weil sie einer sportlichen Disziplin Struktur eine verleihen und weil sie es ermöglichen, die Leistungen der Sportler/-innen zu messen. Bei den Regeln im Bouldern, um die es im Folgenden geht, verhilft die Reglementierung der sportlichen Aktivität dazu, die Leistung einzelner zu definieren und nachzuvollziehen. Regeln gelten für alle Athleten/-innen gleichermaßen. Diese Gleichsetzung erlaubt es, die Unterschiede zwischen den Leistungen sichtbar und/oder messbar zu machen. Eine weitere Gleichsetzung der Voraussetzungen ergibt sich dadurch, dass Männer gegen Männer und Frauen gegen Frauen antreten.

Die Startposition

Startposition beim Boulderwettkampf
Startposition beim Boulderwettkampf: Die Startgriffe und -tritte werden durch grünes Tape markiert

Bei offiziellen Boulderwettkämpfen stehen die Athletinnen und Athleten jeweils vor der Herausforderung, 4-6 Boulderprobleme zu bezwingen. Alle müssen dabei an einer definierten Position für Hände und Füße starten. Die von den Routenschraubern/-innen vorgegebenen Startgriffe und Starttritte, müssen zu Beginn alle berührt werden, bevor andere Griffe berührt werden. Ein Boulder gilt als getopt, wenn man den letzten Griff des Boulders mindestens drei Sekunden lang mit beiden Händen stabil hält oder berührt.

Die Reihenfolge

In getackteter Reihenfolge probieren alle Athleten/-innen jedes der Boulderprobleme 4 Minuten lang und warten anschließend zwischen den aktiven Phasen 4 Minuten in der Isolation, bis sie alle Boulder durchlaufen haben. Die Reihenfolge, in der die Athletinnen und Athleten in der Qualifikation starten dürfen, wird nach dem Zufallsprinzip bestimmt. Im Halbfinale und im Finale starten die erfolgreichsten Athletinnen und Athleten dann in umgekehrter Reihenfolge – der oder die Erstplatzierte also zuletzt.

Die Runden

Ein offizieller Wettkampf besteht aus drei Runden. Die Qualifikation, das Halbfinale und das Finale. An der Qualifikationsrunde nehmen alle Athleten/-innen teil, ohne die Boulder oder andere Athleten/-innen vorher darin zu sehen. Die besten 20 aus der Qualifikationsrunde kommen in das darauffolgende Halbfinale, bei den es zumeist nur noch 4 Boulder für die Männer und 4 für die Frauen in jeweils 4 Minuten zu bezwingen gilt.

Die Regeln im Finale

Die letzte Runde bildet das Finale. Hier treten die besten 6 Athletinnen und Athleten nochmal gegeneinander an. Auch im Finale gilt es jeweils 4 Boulder in 4 Minuten bezwingen. Eine Besonderheit im Finale ist die 4 Minuten + Regel. Diese Regel erlaubt es den Athletinnen und Athleten die Zeit nach Ablauf der 4 Minute zu nutzen, wenn diese vor Ablauf der Zeit beide Füße vom Boden haben und sich an der Wand befinden.
Eine weitere Besonderheit im Finale stellt die gemeinsame Besichtigung der Boulder vor dem Start dar. Alle Finalistinnen und Finalisten dürfen sich gemeinsam jeden Boulder für 1 Minute anschauen und sich dabei austauschen.

Die Punkte

In jedem Boulder gibt es Punkte für das Erreichen einer Zone (einem Bonusgriff in der Mitte des Boulderproblems) und für das Erreichen des Tops. Hinzu kommt: Je weniger Versuche man benötigt, um eine Zone oder den Top zu erreichen, desto besser. Schafft man den Boulder im ersten gültigen Versuch, dann spricht man von einem Flash. Ein Flash gibt die höchstmögliche Punktzahl für das Bezwingen eines Boulders. Kommt es zu einem Gleichstand, weil zwei Athletinnen oder Athleten beispielsweise alle 4 Boulder im Halbfinale oder im Finale geflasht haben, dann wird die Platzierung nach einem Countback festgesetzt. Wer in der Qualifikation oder im Halbfinale besser war, wird also bei einem Gleichstand im Finale, zum/zur Sieger/-in erklärt.

Leistung unter Zeitdruck

Eine besondere Schwierigkeit bei Wettkämpfen dieser Art stellt der Zeitdruck dar. Hier spielen zahlreiche Faktoren eine entscheidende Rolle, die wir dir in einem weiteren Beitrages vorstellen werden.

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